Es ist eine Woche vor dem großen Wochenende, reges treiben in unserer Werkstatt! Nicht nur die zwei Fahrerteams, auch wir – die Nachreisenden – haben Probleme mit unseren Autos. Der eine läuft nicht gescheit, der andere bremst nicht gut, der nächste hat Radlagerprobleme – die Liste reist nicht ab, Donnerstagabend haben wir es endlich geschafft – grünes Licht für alle Autos!
Freitag Vormittag machen sich die zwei Fahrerteams auf den Weg, Sepp und Franzi im C Coupe und Chicken mit Steffi in der S-Klasse.
Freitag Abend dann Treffpunkt Penny – Der Haufen sammelt sich – Christoph und Andrea in C Limo, Peter und Rupi in C Limo, Schatzi in C Rekord, Ralfa in Alfa(sud) und Rindi in irgendeinem nichterwähnenswerten Plastikauto.
Sprit bis Österreich kalkulieren, tanken, los geht’s, die Devise lautet kein Maut, keine Autobahn, wir wollen Kurvenkurvenkurven.
Das tun wir auch, nur Christoph hat bei der saftigen Tieferlegung seines Autos das Gepäck nicht einkalkuliert und beginnt fröhlich mit den Innenradhäusern die Reifen zu polieren – also Umpacken auf die anderen Autos und weiter geht’s.
Die Fahrt war gut, keine Ausfälle, super viel Spass, nur bissl zu dunkel wars nachts, so dass wir nicht viel von der schönen Gegend gesehen haben!
Ein bis 10 mal verfahren und schon stehen wir am Schild „Passo Mendola“ – die aufkommende Müdigkeit schlägt in nervöses Adrenalinausschütten um als wir die armen 12er Motoren mit ihren 54 PS den Berg raufjagen aber es macht einfach zu viel Spass um sich zu beherrschen!!!
Oben am Berg dann der Parkplatz mit den ersten Rennautos – Kniefall vor dem überscharfen 02er in Schwarz/Lachsorange und auch Werners blauer E21 wartet bereits auf seinen Einsatz, der wie gewohnt nicht in der Qualität der Gleichmäßigkeit umso mehr in der Schnelligkeit überzeugt.
Startaufstellung: Leider fährt von uns keiner im offiziellen Rennen mit, aber die nächtliche Hatz den Hügel rauf lassen wir uns nicht nehmen – der arme Motor.... die selbstgebauten Auspuffanlagen verkünden wie wir später von unseren wartenden Teams erfahren lautstark, dass wir im Anmarsch sind – und dass nicht langsam, der Nasse Berg lässt stellenweise nur noch Drifts zu, aber genau das wollen wir ja!!!
Zeltplatz - die Freude ist groß, alle sind gut angekommen, den Autos geht es gut – so lasst uns feiern!!!
Eine kleine Schwierigkeit ergab sich noch beim Aufbau des 5x5 Meter Zeltes, aber auch dass haben wir in Teamwork geschafft ehe es wieder hell wurde!
Den anstehenden Renntag haben wir dann anständig bis 5.30 begossen und das ein oder andere tote Tier dabei verspeist!
Gesellschaft leisteten uns zwei nicht weniger feierlustige Zeitgenossen, die sich Wolfheulend durch den Wald unserem Parkplatz näherten und wohl auch das ein oder andere alkoholische Erfrischungsgetränk zu sich genommen hatten!
Erst am nächsten Tag stellte sich heraus, das eben diese beiden Herren die Besatzung des Milka Porsches waren – der ja wohl jedem dort ein Begriff war.
Na gut, 5.30 ins Bett, 8.30 dann Motorengebrüll – frei nach dem Moto „schlafen können wir genug wenn wir tot sind“ raus aus den Federn und ab Richtung Kurve – nicht irgendeine Kurve – DIE Kurve!!!
Wer ist alles dabei??? Wer kennt uns noch??? Hoffentlich geht was !!!
Das Wetter wechselte in Sekunden von Totalnebelscheissregen auf kurz Sonne und wieder zurück – das ganze Wochenende. Das machte nicht nur uns sondern auch den Fahrern zu schaffen!
Aber egal, die Läufe fingen an und bei uns (vielleicht extrem beim Christoph... ) trat wiedermal der völlige emotionale Ausnahmezustand ein.
Heilige Sch... was für tolle Autos sind dieses Jahr dabei. Ein Traum nach dem anderen kommt den Berg rauf – das anfängliche Zögern nach dem Ziel noch mal richtig Gas zu geben schlägt im Laufe der Läufe (!) um in das was uns hierher zieht. Denn nicht nur wir „drehen am Rad“, auch die Fahrer beherrschen sich nicht mehr, es riecht nach Gummi, Sprit und Öl, nachdem ein ums andere Auto quer um „unsere“ Kurve rennt! Wir sind glücklich – überglücklich!
Auch der erst nicht mitfahren wollende Ralf bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht!
Hier jetzt jedes einzelne Auto zu erwähnen würde den Rahmen sprengen, seht euch die Fotos an, wer mag kann sich die DVD anschauen, da sind sie alle drauf!!!
Mir persönlich hat es dieser infernalische Käfer angetan, den sein Fahrer an die physikalische Grenze des Machbaren getrieben hat (Nasse Straßen, Kurven Außenseite, Vollgas in Kurve mit Drift überholen...)
Nachdem wir mittlerweile auch wissen, dass der Fahrer Zahnarzt ist stell ich mir die Frage – warum gibt’s bei mir nicht solche Zahnärzte???
(Hier noch was Spassiges am Rande: Gebt mal bei google „käfer Dr“ ein und dann „Bilder“ – Ratet mal wer da kommt...)
Einmal haben wir uns dann auch runter zum Start bewegt um dort mal was aufzunehmen, alte Bekannte getroffen und wieder einige supernette Leute kennengelernt, doch irgendwie fühlen wir uns in unserer Kurve wohler!
Abends dann beginnt bei uns die große Grillsause mit Musik, Erfrischungsgetränken und Lagerfeuer (auch nasses Holz brennt irgendwann wenn man genug Benzin reinkippt) – während sich unsere zwei Teams ins Hotel auf die offizielle Veranstaltung begeben.
So ganz der Reißer wars da wohl nicht wie uns viele Leute am nächsten Tag erzählt haben, schade eingentlich, aber bei uns wars spitze.
Hier sei erwähnt – wer nächstes Jahr Lust hat soll doch einfach auf den Parkplatz am Ziel kommen, wir werden da sein!!! Wir können nicht nur brüllen sondern auch ratschen und ich denke es hätte einigen Leuten bei uns ganz gut gefallen.
2.30 ins Bett, 8.30 raus! „schlafen können wir genug, wenn wir ... ich bin total im Arsch!“
Der Monsun in der früh hat uns fast vom Parkplatz gespült, einfach kacke so was, aber egal „rann an den Speck“!!!
Wieder rauf zur Kurve wo auch wir dieses Jahr endlich mal Fans hatten – Kühe und Pferde, die uns mit ihrem senildummen Geschaue den Eindruck vermittelten wir seien völlig irre ...
Die Läufe liefen und es war besser den Je.
Einzig und alleine die Hiobsbotschaft vom Honda, der sich angeblich mit einem Überschlag von der Strecke entfernte stimmte uns traurig, heldenhaft kam er aber im folgenden Lauf den Berg hinauf gebrüllt und zu unserer Beruhigung stellten wir fest, dass er „nur“ einen Seitenschaden hatte und zum Glück dem Team nichts passiert war!
Die Problematik, wohin mit der Kamera, wie die Kamera vorm Regen schützen und wie und wo Fotos machen hat uns natürlich wieder mal viel beschäftigt, aber ich denke speziell für den letzten Lauf haben wir das Optimum gefunden!!
Immer mehr Fahrer fanden in den Pausen den weg zu uns, was uns natürlich riesig gefreut hat, - is schon spitze mal ein Feedback zu bekommen, dass sich die Fahrer genauso über uns freuen wie wir uns über sie!!
Angst hatten wir dann noch um unsere Franzie, die sich vor lauter Freude immer fast aus dem Fenster gestürzt hat, während der Sepp den faden Auftritt vom letzten Jahr diesmal durch doppelte Show mit Gaspedal und Handbremse wieder wettgemacht hat!
Unser lieber Kneipenbesitzer Chicken hatte mit seiner Hühnermütze die Zuschauer auf jeden Fall auf seiner Seite, während sich die Steffi auf dem Beifahrersitz wohl eher Gedanken gemacht hat, wer das Auto lenkt, während Chicken vor lauter Übermut durchs Schiebedach aufs Auto klettert!!
Ansonsten glänzen Fans an der Strecke wohl eher durch Abwesenheit – schade eigentlich – von so etwas lebt doch eine Veranstaltung wie diese!!
Einige Fahrer erzählten uns auch, dass wohl ein Team im Feld die Motorsportveranstaltung als Freibrief für einen Amoklauf sah, was wir natürlich ziemlich dämlich fanden, denn wir wollen keine Kamikazes anfeuern sondern anständige Rennfahrer!
Zu guter letzt besuchten uns noch zwei Freunde vom letzten Jahr – die Motorradfahrer waren da, diesmal mit Mountainbikes, aber sie haben sofort gewusst wo sie uns finden! (Sowas aber auch!)
Der Siegerehrung sind wir dann ferngeblieben, weil irgendwie der Drang nach duschen und schlafen immer stärker wurde!
Die Heimreise gestaltete sich irgendwie seltsam – die Ruhe nach dem Sturm – nur meine brüllende Auspuffanlage vermittelt mir den Eindruck das noch jemand hier fit ist!
Tanken im Land der Österreicher bringt die Durchschnittsverbräuche an den Tag:
Platz 1: Christoph mit 7.8 Litern
Platz 2: Ralf mit 8 Litern (Aber 1 Liter Öl)
Platz 3: Peter mit 8.5 Litern
Platz4: Schatzi mit irgendwas zwischen 10 und 20 Litern
Für ein „Vollgaswochenende“ eigentlich doch recht anständig, mal abgesehen davon kost ja Sprit zur Zeit eh fast nix.... (ein verbittertes Grinsen)
Noch schnell das Ritual im Garmischer Restaurant zum Goldenen M und dann nix wie nach Hause! Doch voooorsicht nicht zu schnell – Fast hätten die Schlümpfe noch ein Foto von uns gemacht – aber die sind eh feige, die verstecken sich nämlich immer in VW Bussen mit ihren Kameras.
Endlich im Bett rasen noch immer die aggressiv röhrenden Maschinen an mir vorbei und während meine Freundin schon ruhig schläft stehe ich immer noch an dieser einen Kurve irgendwo in den Bergen.
Im Halbschlaf fällt mir wieder auf, warum ich mein Hobby so sehr liebe – Sollen sie rosten, sollen sie uns Arbeit machen, sollen sie uns ärgern, sollen sie bockig sein und uns manchmal mit ihrem eigenen Willen in den Wahnsinn treiben aber unsere alten Autos sind einfach die besseren Menschen.
Als Nachruf sei noch gesagt, dass die Mindestzeit wohl dieses Jahr vielen Fahrern ziemlich die Laune vermiest hat – ne Minute auf der Strecke stehen bleiben zu müssen is halt schon doof – aber das Reglement lässt hier wohl keine andere Möglichkeit zu – schade eigentlich.
Im großen und ganzen war es aber eine super Sache und ich denke wir hatten alle unseren Spaß, ich hoffe wir sehen uns alle auf der ein oder anderen Motorsportveranstaltung wieder – mailt uns, schreibt was ins Gästebuch, hauptsache es geht was vorwärts!!!!!
Christoph am Tag danach und immer noch fix und alle
„Wenn ich groß bin werde ich auch Rennfahrer...“
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